Chapitre 11
Die Shahadah
Auf der elften Station der Reise haben wir die Shahadah als das Bekenntnis kennengelernt, mit dem man Muslim wird. Dieses Kapitel geht einen Schritt tiefer: Es zeigt, was die beiden Teile dieses Bekenntnisses bedeuten, was seine Bedingungen sind und wie man es spricht. Es ist der Schluss der Reise — und zugleich ihr Anfang.
Die beiden Teile der Shahadah
Die Shahadah ist das Bekenntnis, mit dem ein Mensch in den Islam eintritt. Sie besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil lautet in Umschrift: „Asch-hadu an laa ilaaha illa Allah“, auf Deutsch: „Ich bezeuge, dass nichts anbetungswürdig ist außer Allah.“ Der zweite Teil lautet: „wa asch-hadu anna Muhammadan rasuulu Allah“, auf Deutsch: „und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Gesandter ist.“ Der erste Teil verneint alles, was neben Allah angebetet wird, und bejaht, dass allein Allah Anbetung verdient. Der zweite Teil bedeutet, dem Propheten Muhammad (Friede und Segen sei mit ihm) zu glauben, ihm zu gehorchen und ihm zu folgen.
Die Bedeutung des ersten Teils
Der erste Teil der Shahadah ist eine Verneinung und eine Bejahung zugleich. „Laa ilaaha illa Allah“ heißt wörtlich: Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah. Damit wird alles verneint, was neben Allah angebetet wird — seien es Götter, Menschen, Engel oder Dinge. Und es wird bejaht, dass allein Allah das Recht hat, angebetet zu werden. Der Quran bestätigt diese Aussage:
Allah bezeugt, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt außer Ihm; und (ebenso bezeugen) die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen; der Wahrer der Gerechtigkeit. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Ihm, dem Allmächtigen und Allweisen.
Sure 3:18
Und er fordert den Menschen auf, diese Erkenntnis zu festigen:
Wisse also, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt. Und bitte um Vergebung für deine Sünde und für die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen. Allah kennt euer Vorgehen (am Tag) und euren Aufenthalt (in der Nacht).
Sure 47:19
Die Bedingungen der Shahadah
Die Shahadah ist keine bloße Formel. Sie hat Bedingungen, ohne die sie nicht vollständig ist. Diese Bedingungen werden in den arabischen Begriffen überliefert, hier in einfachen Worten: das Wissen (al-Ilm), dass du verstehst, was du sprichst; die Gewissheit (al-Yaqeen), dass in deinem Herzen kein Zweifel ist; die Annahme (al-Qabool), dass du das Bekenntnis annimmst und nicht ablehnst; die Unterwerfung (al-Inqiyaad), dass du gehorchst; die Wahrhaftigkeit (as-Sidq), dass du es ehrlich meinst; die Aufrichtigkeit (al-Ikhlaas), dass du Allah allein dienst; und die Liebe (al-Mahabbah), dass du dieses Bekenntnis liebst und das, was es fordert. So ist die Shahadah der Schlüssel zum Paradies — aber ein Schlüssel hat Zacken: Er öffnet nur, wenn er vollständig ist. Ohne diese Bedingungen bleibt das Bekenntnis ein Wort ohne Wirkung; mit ihnen wird es zu dem, was es sein soll: der Anfang eines Lebens in Hingabe an Allah allein.
Wie man die Shahadah spricht
Die Shahadah spricht man laut und mit aufrichtigem Herzen, in der Umschrift wie oben oder in der eigenen Sprache. Wer sie spricht und mit ihr in den Islam eintritt, ist damit Muslim geworden. Es ist gut, sie vor einem Muslim zu wiederholen, wenn man bereit ist — so wissen die Geschwister, dass man Muslim geworden ist. Die Shahadah ist kein einmaliger Satz; sie ist der Beginn eines Lebens, in dem der Mensch Allah allein dient und Seinem Gesandten folgt.
Jede Seele wird den Tod kosten. Und erst am Tag der Auferstehung wird euch euer Lohn in vollem Maß zukommen. Wer dann dem (Höllen)feuer entrückt und in den (Paradies)garten eingelassen wird, der hat gewiss einen Erfolg erzielt. Und das diesseitige Leben ist ja nur ein trügerischer Genuss.
Sure 3:185
Sources de ce chapitre
- Conditions of „La ilaha illa Allaah“. Hafidh al-Hakami; Übersetzung: Abbas Abu Yahya.
- The Excellence of „La ilaha illa Allaah“. Hafidh al-Hakami; Übersetzung: Abbas Abu Yahya.
- Der Quran in deutscher Übersetzung (Projekt-Übersetzung, Wortlaut der Verse).
- Schreibweise der Shahadah: Reise-Station 11 (`islaminfoka-mosque/frontend/content/reise.de.json`).