Chapter 3
Warum sind wir hier?
Jeder Mensch stellt sich irgendwann diese Frage: Warum bin ich hier? Ist mein Leben nur ein Zufall, eine Kette von Ereignissen ohne Ziel – oder steckt mehr dahinter? Dieses Kapitel folgt der dritten Station der Reise und geht einen Schritt tiefer. Es zeigt, warum Allah uns erschaffen hat, was das für dein Leben bedeutet und warum diese Frage überhaupt eine Antwort hat.
Allah ließ uns nicht ohne Auftrag
Allah hat den Menschen erschaffen, und Er versorgt ihn. Was im Himmel und auf der Erde ist, hat Er dem Menschen dienstbar gemacht, damit er leben kann. Doch der Mensch ist nicht wie das Vieh, das nur isst und trinkt und dann vergeht. Anders als die Tiere hat er einen Verstand, und er ist zu etwas aufgefordert: Allah ließ ihn nicht ohne Auftrag zurück, nicht sich selbst überlassen. Diese Erkenntnis ist der Anfang: Wir sind kein Zufall, sondern gewollt und versorgt.
Der Zweck der Erschaffung: Allah allein dienen
Wozu also sind wir da? Der Quran gibt die Antwort: Allah erschuf die Jinn (Geisterwesen) und die Menschen, damit sie Ihm dienen. Er braucht unseren Dienst nicht – Er will von uns weder Unterhalt noch Speise. Er ist es, Der versorgt; wir sind es, die Seiner bedürfen. Dienen heißt hier: Ihn allein anbeten und nichts neben Ihn stellen. Das ist der Sinn unserer Schöpfung, der rote Faden, der durch das ganze Leben führt.
Und Ich habe die Jinn (Geisterwesen) und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen. Weder will Ich von ihnen irgendeine Versorgung noch will Ich, dass sie Mir zu essen geben. Wahrlich, Allah ist der Versorger, der Besitzer von Kraft und der Feste.
Sure 51:56–58
Das diesseitige Leben als Saatfeld für das Jenseits
Wenn das Dienen der Sinn ist, was bedeutet das für den Alltag? Das diesseitige Leben ist ein Saatfeld für das Jenseits. Was wir hier tun, trägt dort Frucht. Wer in diesem Leben rechtschaffene Taten sät – das Gebet, die Hilfe für andere, das Gute im Kleinen –, erntet im Jenseits. Das Leben ist wie ein Marktplatz: Wir kommen hierher, um uns für das nächste Leben auszurüsten. Wer das versteht, lebt nicht ziellos vor sich hin, sondern sieht in jedem Tag eine Möglichkeit, Gutes zu tun.
Der Verstand bestätigt einen Zweck
Auch der Verstand sagt uns: Eine so geordnete Schöpfung ist nicht ohne Sinn. Es wäre der Weisheit Allahs nicht angemessen, den Menschen zu erschaffen und ihn einfach vergehen zu lassen, ohne dass seine Taten Folgen haben. Allah prüft, wer am besten handelt:
(Er ist es,) Der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht. Und Er ist der Allmächtige und der Allvergebende.
Sure 67:2
Wer Ihm gehorcht, wird dafür belohnt – wenn nicht in dieser Welt, dann im Jenseits. Diese Gerechtigkeit kann nur ein Leben nach dem Tod vollenden. Und wer meint, alles sei umsonst erschaffen, dem widerspricht der Quran:
Und Wir haben den Himmel und die Erde und das, was dazwischen ist, nicht umsonst erschaffen. …
Sure 38:27 (Auszug)
Der Gesandte macht den Zweck klar
Doch wie sollen wir wissen, was Dienen konkret heißt? Allah überließ das nicht unserem Raten. Er sandte einen Gesandten aus der Mitte der Menschen – einen Menschen, den sie kannten und dem sie vertrauen konnten. Dieser Gesandte ruft zu Allah, bringt frohe Botschaft und warnt. Er macht den Zweck der Erschaffung klar und lehrt, wie man Allah allein anbetet. Damit ist die Frage, warum wir hier sind, keine offene Frage mehr – sie hat eine Antwort, und diese Antwort kann dein Leben ausrichten.
Der Ruf, mit dem alles beginnt, ist derselbe, an den dieses Kapitel erinnert:
O ihr Menschen, dient eurem Herrn (Allah), Der euch und diejenigen vor euch erschaffen hat, auf dass ihr (Allah) fürchten möget!
Sure 2:21
Sources of this chapter
- Die drei Grundprinzipien – Fragen und Antworten zu ihrer Erläuterung. Auf Grundlage der Erklärung von Salih al-Fawzan; erstellt von Nasser ibn Najam.
- 50 Fragen und Antworten über den Islamischen Monotheismus. Hafiz Muhammad Tahir.
- Der Quran in deutscher Übersetzung (Projekt-Übersetzung, Wortlaut der Verse).